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Turngeräte

Frauen turnen an vier Geräten. Dies sind der Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden. Männer hingegen turnen an sechs Geräten (Sprung, Boden, Barren, Reck, Seitpferd und Ringe).

Sprung:

Heutzutage wird an sogenannten Sprungtischen geturnt, die im Frauenturnen 125cm hoch sind. Davor liegt ein Sprungbrett (bei P2 zwei Sprungbretter übereinander, bei P1 sogar ein Trampolin), mit dessen Hilfe man über den Sprungtisch springt. Der Sprung ist ein sehr schnelles Gerät, d.h. die Dauer des Kontaktes mit dem Gerät ist sehr kurz und die Kampfrichterinnen haben nur wenig Zeit, sich die Turnerin anzuschauen.
Eingeteilt wird ein Sprung in die sogenannte erste und zweite Flugphase. In beiden Phasen kann man Elemente zeigen, auch wenn häufig die grössere turnerische Schwierigkeit in der zweiten Flugphase liegen wird. Welchen Sprung genau man zu sehen bekommt, hängt natürlich von den Fähigkeiten der Turnerin ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Salto und/oder Schraubendrehungen die Turnerin zeigt, desto höher wird der Sprung bewertet werden. Ein "normaler" Sprung ist der klassische Überschlag.

Stufenbarren:

Der Stufenbarren ist asymmetrisch, d.h. anders als bei den Männern sind die beiden Holmen unterschiedlich hoch. Der untere hat eine Höhe von 165cm, der obere 245cm. Am oberen Holmen können die Turnerinnen somit hängend durchschwingen, ohne den Boden bzw. die Matten zu berühren. Der Abstand der beiden Holmen zueinander beträgt maximal 180cm. In einer Übung müssen beide Holmen beturnt werden, was natürlich bedeutet, dass die Turnerin einen oder mehrere Holmenwechsel durchführen muss. Die Übung muss flüssig sein und darf keine Pausen enthalten.
In den letzten Jahren wurden gerade am Stufenbarren die gezeigten Elemente immer spektakulärer. Bei den sehr guten Turnerinnen werden mittlerweile jede Menge Flugteile gezeigt, sei es von einem Holmen zum Anderen, sei es am Holmen selbst. Wie beim Schwebebalken und am Boden sind auch hier in einer Übung bestimmte Anforderungen zu beachten.

Schwebebalken:

Ein 5m langer und bloss 10cm breiter, nur schwach gepolsteter Balken mit rund 120cm Höhe. Die Elemente, die hier geturnt werden, sind im Prinzip jene, die man auch am Boden sehen kann. Man turnt am Balken allerdings ohne Musik. Aufgrund der recht schmalen Breite des Balken besteht hier jedoch eine deutlich gesteigerte Schwierigkeit. Denn es ist naheliegend, dass die Hauptschwierigkeit darin besteht, nicht herunterzufallen. Fällt man herunter, ist dies zwar meistens unproblematischer als viele denken mögen, es bedeutet jedoch einen Sturz, der mit 1,0 Punkten Abzug bewertet wird.

Übungen ab P3, also letztlich Kürübungen (d.h. solche, die man selbst zusammenstellen darf/muss), dürfen am Schwebebalken max. 90 Sek. dauern. Dauert die Übung länger, gibt es Abzug. Die Übung muss dabei die gesamte Länge des Balkens ausnutzen und sollte, wie am Barren und am Boden, bestimmte Anforderungen erfüllen.

Boden:

Am Boden werden im Prinzip die gleichen Elemente geturnt wie am Balken, doch sind die Elemente hier mit weniger Punkten bewertet. Dies deswegen, weil am Boden weniger Gefahr besteht, dass man hinfällt oder stürzt im Vergleich zum Schwebebalken.

Am Boden turnt man zu Musik. Die Übung muss zur Musik passen und darf ab P3 max. 90 Sek. dauern. Wie am Balken muss die gesamte Fläche ausgenutzt werden, die beim Boden die Masse von 12x12m hat. Natürlich heisst das nicht, dass jeder Quadratzentimeter beturnt werden muss, doch muss wenigstens in alle vier Ecken geturnt werden und die Übung im Übrigen möglichst raumfüllend ausfallen. Wie am Balken und am Barren gibt es auch hier bestimmte Anforderungen, die erfüllt werden sollten, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen.

 
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